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web - Mindestlohndebatte: Wenn der Döner zu teuer wird. Mittelalterliche Zustände auf dem Arbeitsmarkt der Dienstleister

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Dass nicht die acht betroffenen Angestellten des Brandenburger Pizza-Services - selbst oder mit Hilfe einer Gewerkschaft - sich gegen ihren Arbeitgeber zur Wehr gesetzt und die erwähnte Klage initiiert haben, sondern das zuständige Jobcenter ist ein Lehrstück über die unzumutbaren Zustände, die auf dem deutschen Arbeitsmarkt herrschen, und zwar nicht zuletzt aufgrund von weder zeitgemäßen noch adäquaten Regelwerken, die den Missbrauch von Menschen und Staatsleistungen Tür und Tor öffnen.

Der Grund, weshalb die Betroffenen sich solch unwürdige Löhne haben gefallen lassen, liegt auf der Hand: In Brandenburg gibt es, mit einer amtlichen Arbeitslosenquote von 9,4% im August 2013, für Arbeitssuchende kaum die Möglichkeit, wählerisch zu sein. Eine verbindliche Lohnuntergrenze gibt es nicht, und eine tarifverhandlungsfähige Pizza-Service-Gewerkschaft müsste noch erfunden werden. Hinzu kommt, dass die allermeisten Menschen in der Not doch lieber einer unterbezahlten Beschäftigung als gar keiner nachgehen, geht es ihnen doch auch darum, ihre soziale Anbindung bzw. Würde nicht zu verlieren.

Parallel dazu drängen die Jobcenter im Zweifel auf fast jedwede Beschäftigungsaufnahme, um die eigenen Statistiken zu schönen und um Geld zu sparen, denn auch wenn schließlich mit Staatsmitteln mit Hartz-IV aufgestockt wird, können die Ämter den durch Arbeitsaufnahme abziehbaren Leistungsanteil erst einmal als Ersparnis für sich verbuchen.

Abgesehen davon wird die Arbeitslosenstatistik dadurch aufgehübscht, ungeachtet dessen, ob der Arbeitnehmer von seiner Tätigkeit leben kann oder nicht.[2] Hauptsache, es wird wöchentlich über 15 Stunden gearbeitet, denn darunter wird von geringfügiger Beschäftigung (Minijob) gesprochen und in diesem Fall gilt für den Arbeitgeber ein weitgehender Entfall der Sozialversicherungspflicht.
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Quelle

Im verlinkten Artikel steht noch mehr. Passt zum Artikel von Gestern und zeigt warum es ein Mindestlohn braucht. Auch auf die gezahlen Löhne der paritätischen Wohlfahrtsverbände darf man gerne genauer hinschauen.

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