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In 95 Prozent der bereits überprüften 268 Fälle seien falsche Analysen gegen die Angeklagten eingesetzt worden. In 32 Fällen seien Menschen zum Tode verurteilt worden, 14 von ihnen seien hingerichtet worden oder im Gefängnis gestorben.
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Eine forensische Abteilung des FBI habe für Haaranalysen Methoden verwendet, die sehr fehleranfällig gewesen seien. Die Untersuchungen fanden in Zeiten statt, in denen DNA-Analysen noch nicht flächendeckend etabliert waren. Vielmehr wurde unter dem Mikroskop die Haarstruktur verglichen. Um damit belastbare Aussagen zu bekommen, hätten die Experten auf missverständliche Statistiken zurückgegriffen. Sie seien zudem schlecht ausgebildet gewesen, ihre Arbeit hätten sie mangelhaft dokumentiert, sodass sie kaum überprüfbar gewesen sei.
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Mal schauen ob die, nach dem Ausmaß des aktuellen Wissensstandes, vorhandene Datenspeicherung und Datenauswertung vorgenommenen Methoden länger als "sicher" provezeit werden.
Hoffentlich ist am Ende noch jemand übrig, der gegen die millionen unschuldigen Verurteilungen klagen kann. Ich für meinen Teil und meinem beschränkten Wissen bezüglich der Fehleranfälligkeit von Auswertungsmethoden, habe wirklich Sorgen und kann seit dem Ausspruch "wir töten Menschen (mit Drohnen) auf Grund von Metadaten" echt beschissen schlafen :-(.
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Auf der einen Seite zahlen wir mit Bargeld. Bargeld sind die Geldscheine und Münzen, die unter Kontrolle der Zentralbanken in Umlauf kommen. Diese "Inumlaufbringung" nennt man im Fachjargon Geldschöpfung. Die Geldschöpfung von Bargeld ist also in öffentlicher Hand. Bargeld ist außerdem gesetzliches Zahlungsmittel, d.h. jeder Wirtschaftsteilnehmer muss Bargeld als Zahlungsmittel akzeptieren, da er gesetzlich dazu verpflichtet ist.
Auf der anderen Seite zahlen wir mit Buch- oder Giralgeld. Das ist das Geld auf unseren Girokonten. Dieses Giralgeld kommt in Umlauf wenn Banken ein Girokonto erhöhen, ohne dabei ein anderes zu verringern. Diese Giralgeldschöpfung erfolgt ohne direkte Kontrolle des Staates. Sie erfolgt unter der Kontrolle von Geschäftsbanken, also von privaten profitorientierten Unternehmen.
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Hier gelten dieselben Regeln wie bei der Lohnzahlung für den Mitarbeiter. Die einzelne Bank muss darauf achten, dass sie ungefähr im selben Maße Giralgeld schöpft und vernichtet wie die anderen Banken im System, denn sonst läuft sie in Gefahr eine negative Zahlungsbilanz zu diesen anderen Banken aufzubauen. Aber wie oben gilt: eine negative Zahlungsbilanz für eine Bank ist immer eine Positive für eine andere. Egal wie viel Giralgeld geschöpft und vernichtet wird, für das Bankensystem als Ganzes verursacht das fast keine Kosten, auch wenn das in den Bilanzen anders verbucht wird.
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Aber was passierte mit den bilanziell pleite gerechneten Banken? Ganz einfach: Viele kleine und mittlere Banken gingen pleite und wurden von den Großen übernommen. Diese "Marktbereinigung" führte dazu, dass die verbliebenen Großbanken heute noch systemrelevanter sind als vor der Krise.
Diese Großbanken aber wurden von den Zentralbanken und Regierungen dieser Welt gerettet, um einen Zusammenbruch des ganzen Systems zu verhindern. Denn wenn die Bankkunden kollektiv zur Bank rennen, um das Versprechen auf die Auszahlung von Bargeld einzulösen, kriegen nur die Schnellsten Bargeld ausgezahlt (Die Bargeldreserve der Geldinstitute ist in Vergleich zu ihren täglich fälligen Verbindlichkeiten nur verschwindend gering).
Um das zu vermeiden retteten die Regierungen und Zentralbanken dieser Welt nach dem Zusammenbruch von Lehmann Brothers die Großbanken dieser Welt. Das Geld für diese Rettungen wurde von den geretteten Großbanken frisch geschöpft, als sie den Staaten immer mehr Staatsanleihen abkauften. Die Staaten verschuldeten sich also auf Grund der Rettungsmaßnahmen bei den soeben geretteten Großbanken. Zusätzlich zahlten und zahlen die Staaten den Großbanken dafür Zinsen.
Der Gipfel der Absurdität des bestehenden Geldsystems ist die Tatsache, dass das Bankensystem als Ganzes von diesen Zinszahlungen nicht profitieren kann. Das liegt wiederum daran, dass Zinszahlungen von Kunden an Banken Geldvernichtung sind. Erhält die Bank eine Zinszahlung, verringert sie den Kontostand des Kundenkontos um den entsprechenden Betrag, ohne eine anderes Girokonto zu erhöhen. Giralgeld in dieser Höhe wurde damit vernichtet.
Für jede Bank ist es gut, Giralgeld zu vernichten, da sie im Risikomanagement nicht mehr darauf achten muss, dass dieses Geld zu anderen Banken abwandert und damit eine negative Zahlungsbilanz auslöst. Wieder kommt es darauf an, dass die Banken in etwa die gleichen Zinsen verlangen und damit in etwa gleich viel Giralgeld vernichten.
[...] Der einfachste Weg dieses unverdiente Bankenprivileg abzuschaffen ist die Giralgeldschöpfung genauso wie die Schöpfung von Bargeld unter öffentliche Kontrolle zu bringen. Damit wäre Giralgeldschöpfung genauso Geldfälschung wie das eigenmächtige Drucken von Geldscheinen.
In Deutschland protestieren Tausende Menschen gegen das geplante EU-Freihandelsabkommen mit den USA. Bis zum frühen Nachmittag hätten sich mehrere Zehntausend Menschen im Rahmen des internationalen Protesttags gegen TTIP an Kundgebungen und Aktionen in zahlreichen Städten beteiligt, sagte die Sprecherin von Attac Deutschland, Frauke Distelrath. Das globalisierungskritische Netzwerk hatte viele Aktionen mitorganisiert. Laut Attac waren rund 700 Aktionen in etwa 45 Ländern geplant, davon alleine 230 in Deutschland.
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Umfallsiggi wird das nicht mehr schockieren, aber wir, als Bürger, hoffen auf andere Politiker - das ist großer Bullenkot, was ihr da in unserem Namen und "für uns" basteln wollt - wir, als europäisches Volk wollen das nicht!
Demnächst soll der BND einen höchst fragwürdigen Freibrief erhalten, nämlich die Lizenz oder Ermächtigung zur anlasslosen Ausforschung sozialer Netzwerke wie Facebook, Flickr, YouTube oder Twitter, aber auch von Blogs und Internet-Foren. (...) Solche hochgerüsteten, letztlich unkontrollierbaren Präventionsdienste wuchern im Schatten des demokratischen Rechtsstaats, bedrohen Menschen, politisch-soziale Bewegungen und deren Freiheitsrechte.
Dr. Rolf Gössner von der Internationalen Liga für Menschenrechte
Amazon Logistik GmbH in Bad Hersfeld und die Amazon Koblenz GmbH
Den deutschen Amazon-Töchtern - und wir gehen davon aus, dass weitere Unternehmensteile mit diesen Regelungen arbeiten, weil es sich bei den uns vorliegenden Verträgen und Erklärungen um Standard-Formulare handelt - können wir nur dringend raten, die bisher verwendeten Einwilligungserklärungen zu vergessen und die Verarbeitung und Nutzung von Beschäftigtendaten in den USA zu stoppen.
Prof. Dr. Peter Wedde vom Institut für Datenschutz, Arbeitsrecht und Technologieberatung
„Hello Barbie“ von den Firmen Mattel und Toytalk
Als informierte und mündige Bürger brauchen wir eine Sensibilität dafür, welche Daten wir in wessen Hände geben, und was damit angestellt wird. Wir müssen den schmalen Grat finden zwischen einer goldenen Zukunft des Fortschritts – und der Unterwerfung unseres Zusammenlebens unter die gewinnorientierten Interessen einiger weniger großer Konzerne.
Linus Neumann vom Chaos Computer Club
Amazon Mechanical Turk und Elance-oDesk
Beide Plattformen vermitteln online Arbeitspäckchen – von Mikrojobs für Cent-Beträge bis Webdesign zum Pauschalpreis. Arbeit auf Zuruf, für Hungerlohn, auf eigenes Risiko, ohne jegliche soziale Absicherung. Verlockend für Arbeitgeber, die niemanden mehr einstellen müssen, weil sie sich auf dem „digitalen Arbeitsstrich“ nach Lust und Laune bedienen können. (...) Das ist kein Trend, der einfach so passiert. Sondern das ist neoliberale Strategie. Sie macht Arbeit für Unternehmer, die diese Bezeichnung nicht verdient haben, auf Zuruf verfügbar, jederzeit kündbar, spart Sozialabgaben und Steuern und ist vor allem: billig.
Rena Tangens von Digitalcourage
Bundesministerium für Gesundheit, vertreten durch Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe
Die Regierung beschließt die Einführung einer flächendeckenden Technologie und schreibt dafür Paragraphen in das Sozialgesetzbuch, die nicht der Gesundheit dienen, sondern ausschließlich den Finanzmärkten und ihren Handlangern, der (meist börsennotierten) IT-Industrie. Nicht Diagnostik und Heilbehandlung - Ausbildung der Ärzte, Zeit für Gespräche mit der Ärztin oder dem Arzt oder bessere Personalausstattung in Kliniken - werden gestärkt, sondern die Lobbyisten haben gewonnen, die Signaturen, Chip-Karten und technische Infrastruktur verkaufen wollen. Das nenne ich Förderung der Finanzwirtschaft auf Kosten aller Versicherten.
padeluun von Digitalcourage
Bundesinnenminister Thomas de Maizière und Ex-Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich
Beide Innenminister, der jetzige, Thomas de Maizière, und der ehemalige, Hans-Peter Friedrich, ließen ihre Beamten, in enger Kooperation mit Lobbyverbänden, den europäischen Datenschutz ins Gegenteil verkehren. (...) Das deutsche Innenministerium ist, wie interne Dokumente zeigen, an dieser Grundrechts-Vernichtung federführend beteiligt. Bei unserem Projekt „LobbyPlag“ führte Deutschland die Statistik aller EU-Staaten sogar an. Kein anderes Land unterstützte in den ersten drei Kapiteln der Verordnung mehr negative Änderungen – das vermeintliche "Mutterland des Datenschutzes" verwies damit sogar Großbritannien auf Platz zwei im Negativranking
Max Schrems von Europe versus Facebook
Neusprech-Award: Digitale Spurensicherung
Es geht darum, die kommunikativen Fingerabdrücke aller Deutschen anlasslos zu speichern, in der Hoffnung, damit ein paar Kriminelle leichter identifizieren zu können. Es geht also weiterhin um einen Generalverdacht, es geht darum, dass es bei dieser Idee keine Unschuldigen mehr gibt und darum, dass damit gleich mehrere Grundrechte verletzt werden. (...) Es wäre besser, das Verbotene endlich dort zu belassen, wo es diverse Richter beerdigt haben: auf dem Ideenfriedhof der Grundrechtsgegner und Überwachungsfanatiker. Um daran zu erinnern, dass Zombies ins Reich der Phantasie gehören und nicht in die Politik, erhält die „digitale Spurensicherung“ einen Neusprech-Award.